InnoKom 49MF240175
Abstract
Die Reparatur von Textilien ist ein zentraler Baustein der Kreislaufwirtschaft und gewinnt durch gesetzliche Vorgaben und verändertes Konsumverhalten an Bedeutung. In Deutschland fielen 2021 rund 176.200 Tonnen Alttextilien an, weltweit wird jedoch weniger als 1 % recycelt. Das Projekt ROC-E zielt darauf ab, die Lebensdauer von Bekleidung durch innovative Reparaturverfahren zu verlängern und so einen systemischen Wandel in der Textilbranche anzustoßen. Kern ist die Kombination aus digitaler Sticktechnologie, wasserlosem Garndruck und lasergestütztem Zuschnitt. Alttextilien werden digital erfasst und als Basis für hochwertige, personalisierte Reparaturen genutzt. Das Ergebnis ist ein modulares System für effiziente, skalierbare und nachhaltige Textilreparaturen.
Ausgangssituation
Die Reparatur von Textilien, insbesondere hochwertiger Bekleidung, ist ein zentraler Bestandteil einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft und eine Alternative zur Fast Fashion. Mit der Altkleiderverordnung ab 2025 wird die getrennte Verwertung von Alttextilien verpflichtend. 2021 fielen in Deutschland rund 176.200 Tonnen Alttextilien an, während weltweit weniger als 1 % recycelt wird. Gleichzeitig steigt die Bedeutung von Wiederverwendung und langlebiger Nutzung. Gesetzliche Änderungen und ein verändertes Konsumverhalten verbessern die Marktchancen für reparierte Kleidung. Daher sind innovative Lösungen gefragt, um die Lebensdauer von Textilien zu verlängern.
Aufgabenstellung
Das Projekt ROC-E zeigt, wie die Reparatur einzelner Kleidungsstücke als Ausgangspunkt für einen systemischen Wandel in der Textilbranche dienen kann. Ziel ist die nachhaltige Verlängerung der Nutzungsdauer von Bekleidung durch innovative Verfahren, die über klassische Reparaturmethoden hinausgehen.
Lösungsansatz
Im Zentrum steht die Integration digitaler Sticktechnologie, wasserloser Garndruckverfahren sowie lasergestützter Zuschnitttechnologien. Diese bilden die Grundlage für eine flexible Plattform zur designorientierten Textilreparatur. Alttextilien werden digital erfasst, klassifiziert und als Ausgangsmaterial für bestickte Reparaturelemente genutzt. Dadurch werden Ressourcen effizient eingesetzt und gleichzeitig die negativen Auswirkungen von Fast Fashion reduziert.
Ergänzend ermöglichen individuelle Garnfärbung, digitale Farbanpassung und vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten hochwertige, personalisierte Reparaturen. Diese tragen nicht nur zur Wiederherstellung der Funktionalität bei, sondern steigern auch den ästhetischen Wert der Kleidung und fördern deren längere Nutzung.
Das Ergebnis des Projekts ist ein modulares Baukastensystem für Textilwerkstätten, kleine und mittlere Stickereien sowie Änderungsschneidereien. Es erlaubt eine effiziente, skalierbare und zugleich gestalterisch anspruchsvolle Reparatur von Bekleidung. ROC-E leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Skalierung zirkulärer Lösungen im Textilbereich – von lokalen Anwendungen bis hin zu globalen Strategien für Ressourcenschonung und nachhaltige Mode.
Ansprechpartnerin
Mandy Weber



