FlexTeX-IR – Entwicklung und Erprobung eines medizinischen KI-basierten Therapiesystemes bestehend aus flexiblen, autarken, textilbasierten IR-LED-Einheiten, einem Scanmodul zur Detektion der zu behandelnden Fläche und der verbindenden, digitalen Steuerung
Teilvorhaben des TITV Greiz: Entwicklung textiler Substrate, leitfähiger Hybridgarne und innovativer Kontaktierungslösungen für den Aufbau autarker IR-LED-Module mit integrierter Sensorik für medizinische Anwendung im Bereich sensibler Hauterkrankungen
2025 VFE 0081
Abstract
Das Verbundvorhaben entwickelt ein innovatives Infrarot-Therapiesystem, das speziell für die Verbesserung der Wundheilung und die Behandlung dermatologischer Erkrankungen konzipiert ist. Kern des Systems sind modular zusammensetzbare, individuell ansteuerbare textilbasierte IR-LED-Moduleinheiten, die durch intelligente Sensorik und eine KI-gestützte Steuerung miteinander verbunden sind. Ein zusätzliches Hautscanner-Modul erfasst Bilddaten von der verletzten und zu behandelnden Fläche als Basis für die Diagnose und die Bestimmung der Intensität der durchzuführenden IR-Therapie. Gleichzeitig dienen diese in einem sichereren Umfeld temporär gespeicherten Daten zur Verlaufskontrolle. Die Scandaten ermöglichen eine präzise und personalisierte IR-Bestrahlung, die individuell auf den Patientenbedarf hinsichtlich zu bestrahlender Fläche und medizinisch notwendiger Bestrahlungsintensität abgestimmt werden kann. Die in den flexiblen, textilbasierten IR-LED-Moduleinheiten integrierten Sensoren überwachen zudem in Echtzeit wichtige Therapieparameter wie Hautfeuchtigkeit sowie -temperatur und geben kontinuierlich wichtige Rückmeldungen über den Therapieverlauf. Die IR-LED-Einheiten basieren auf einer neuartigen textilen Leiterplatte unter Verwendung leitfähiger Hybridgarne und des Ultraschall-Drahtverlegeverfahrens. Die Verwendung textiler Materialien erhöht Flexibilität und Atmungsaktivität. Das entwickelte Therapiesystem weist daher eine gute Hautverträglichkeit auf, passt sich optimal an verschiedene Körperbereiche an und erhöht so die Benutzerfreundlichkeit. Der Fokus des Projekts liegt auf der Erforschung und Optimierung neuartiger Fertigungsverfahren für die autarken IR-Module und deren Integration in textile oder flexible Substrate. Ziel ist es, eine nachhaltige, leistungsfähige und benutzerfreundliche Lösung für vielfältige medizinische Anwendungen bereitzustellen.
Partner im Verbundvorhaben unter Koordination des TITV Greiz sind:
- Duale Hochschule Gera-Eisenach, Gera
- AVT GmbH Automatisierungs- und Verfahrenstechnik, Ilmenau
- MackSmaTec GmbH (vorher: ruhlamat GmbH), Marksuhl
- ITP GmbH – Gesellschaft für Intelligente Textile Produkte, Jena
Das TITV in Greiz entwickelt in seinem Teilprojekt die textilen Grundstrukturen für die im Verbundprojekt benötigten flexiblen Leiterplatten. Dabei bringt sich das Institut aktiv in die Erarbeitung des elektrotechnischen Leiterplattenlayouts ein, führt Materialevaluationen von leitfähigen und nicht leitfähigen Materialien durch, erzeugt speziell für den Ultraschall-Drahtverlegeprozess geeignete Hybridgarne und entwickelt Lösungen für die flexible, aber zuverlässige Verbindung der textilen Leiterplatte mit den für die Funktion des IR-LED-Strahles notwendigen elektrotechnischen Bauteilen (IR-LEDs sowie Sensoren).
Das vom Freistaat Thüringen geförderte Vorhaben wurde durch Mittel der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.
Ansprechpartner
Samuel Bollmann





