Textiles Heizsystem zur Trocknungsunterstützung kritischer Innendämmkonstruktionen.
NKF Kooperationsprojekt FiVe-Net – TexHeiz
16KN020351

Partner

IAB – Institut für Angewandte Bauforschung Weimar gGmbH

k & r Sax GmbH Meerane

WBB Bau & Bausanierung GmbH Umpferstedt


Abstract

Ziel des Vorhabens war die Entwicklung eines textilen Heizsystems, um dem feuchtetechnischen Risiko von Innendämmkonstruktionen entgegenzuwirken bzw. den Trocknungsprozess bei aufwändig umsetzbaren baukonstruktiven und materialtechnischen Anwendungsfällen sowie kritischen Detailpunkten zu unterstützen. Hierfür wurden geeignete offenporige textile Heizflächen entwickelt und im Verbund Wand - Gewebeheizmatte - Dämmung bautechnisch erprobt.
Im Ergebnis dieser Untersuchungen sind die entwickelten Heizgewebevarianten für die Beheizung der Ausgleichsschicht zwischen Mauerwerk und Innendämmung geeignet. Es kann sogar davon ausgegangen werden, dass auch relativ feuchte Wände durch die Gewebeheizmatten ausgetrocknet werden können.

Aufgabenstellung

Bei der Sanierung von Gebäuden ist z. B. aus Gründen des Denkmalschutzes häufig nur der Einbau einer Innendämmung möglich. Als Fehlerfall kann es dabei aufgrund der Taupunktverlagerung in der Bestandswand oder in der Kontaktschicht zwischen Innendämmung und Mauerwerk zu einem Feuchtigkeitsanfall kommen. Wird jedoch durch eine zusätzliche Schicht zwischen Innendämmung und Außenwand lokal beheizt, verschiebt sich der Taupunkt in Richtung der Grenzschicht zwischen Außenwand und Außenputz. Zugleich wird die Menge an sich niederschlagender Feuchtigkeit insgesamt reduziert.

Ziel des Vorhabens war die Entwicklung eines textilen Heizsystems, um diesem feuchtetechnischen Risiko von Innendämmkonstruktionen entgegenzuwirken, den Trocknungsprozess zu unterstützen und Lösungen für kritische Detailpunkte zu schaffen.

Lösungsweg

Hierfür wurden neuartige Verbundkonstruktionen Wand - Gewebeheizmatte - Dämmung entwickelt und erprobt. Die Projektarbeiten umfassten die Definition der textil- und bautechnischen Zielparameter. Diese bildeten die Basis für die Entwicklung und Realisierung mehrerer beheizbarer Gewebemattenstrukturen in unterschiedlichen Flächenbildungstechniken und Versuchsaufbauten. Neben der Erfassung und Auswertung von Messdaten bei den textiltechnischen Untersuchungen und Beheizungsvorgängen wurden Berechnungen bzw. Simulationen vorgenommen, um Materialanforderungen und  konstruktive Ansprüche sowie die bauphysikalischen Vorgänge prüfen und definieren zu können.

Anwendungen

In der Abschlussphase des Entwicklungsprozesses konnte eine umfangreiche Evaluierung der Wirkung unterschiedlicher Gewebeheizmatten erfolgen. Mit einer Heizleistung von bis zu
100 W/m² (im praktischen Fall sind bereits ca. 20 W/m² ausreichend) können die hochflexiblen  textilen Heizsysteme für die Beheizung der Ausgleichsschicht zwischen Mauerwerk und Innendämmung auch an geometrisch kritischen Stellen eingesetzt werden. Es ist sogar zu erwarten, dass selbst relativ feuchte Wände durch die Gewebeheizmatten ausgetrocknet werden können. Damit stehen die Projektergebnisse interessierten Firmen der Textil- und Bauindustrie zur Verfügung.

Abb. 1: Wärme- und Feuchteverhältnisse in der Wand: Innendämmung + unbeheizte Schicht
Abb. 1: Wärme- und Feuchteverhältnisse in der Wand: Innendämmung + unbeheizte Schicht
Abb. 2: Wärme- und Feuchteverhältnisse in der Wand: Innendämmung + beheizte Schicht 5 °C
Abb. 2: Wärme- und Feuchteverhältnisse in der Wand: Innendämmung + beheizte Schicht 5 °C
Abb. 3: Wärme- und Feuchteverhältnisse in der Wand: Innendämmung + beheizte Schicht 10 °C
Abb. 3: Wärme- und Feuchteverhältnisse in der Wand: Innendämmung + beheizte Schicht 10 °C

Projektleiter

Dipl.-Ing. (FH) Heike Oschatz

 
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